Der in die Jahre gekommene CPU-Parcours stand einmal mehr zur Erneuerung an. Nicht nur prüfen wir neue Spieletitel und Anwendungen im Hinblick auf ihre Eignung als verlässlicher Gratmesser der CPU-Leistung. Zudem nutzen wir anstelle der althergebrachten “Minimum Fps” ab sofort das P99-Perzentil. Dieses kommt seit der zur Ausgabe 02/2018 erfolgten Parcours-Umstellung bei Grafikkarten bereits erfolgreich zum Einsatz. Außerdem werfen wir am Ende des Artikels auch einen Blick auf die Skalierung der Prozessor-Performance bei in höheren Auflösungen einsetzendem Grafiklimit.

Zu guter Letzt stand auch bei vielen neu erschienenen Spieletiteln eine bessere Kernausnutzung im Pflichtenheft – allein schon deshalb, weil die zugrunde liegenden Engines auch auf mehrkerniger Konsolen-Hardware gut performen sollten. Es wurde also Zeit, die beliebtesten Prozessorleistung erneut und mit aktuellen Aufgaben zu überprüfen. Unser Fokus liegt dabei verstärkt auf dem Einsatz als Spiele-Motor, die Anwendungsperformance stellen wir dagegen etwas zurück.

Achtung, Baustelle!

      

CPU-Benchmarks 2018 (5)CPU-Benchmarks 2018 (5)Quelle: PC Games HardwareCPU-Benchmarks 2018 (3)CPU-Benchmarks 2018 (3)Quelle: PC Games HardwareCPU-Benchmarks 2018 (4)CPU-Benchmarks 2018 (4)Quelle: PC Games Hardware Wir haben aus der Auswahl aktueller und viel gespielter Titel bereits einige herausgepickt, die vielversprechend erschienen. Bei manchen zeigte sich jedoch, dass eine auf den ersten Blick als CPU-limitiert erscheinende, niedrige Bildrate sich durch moderne Architekturen, schnelleren Speicher, mehr Kerne und zum Teil sogar dem Allheilmittel mehr Takt nicht im erwarteten Maße steigerte. Ein Engine-Limit, also eine Überforderung der internen Programmabläufe, liegt hier im Bereich des Möglichen.

Andere Titel wiederum – atypischerweise sind darunter auch Anwendungen – verlieren gar Leistung durch Simultaneous Multithreading. Dagegen sind Probleme wie auch die aktuelle Version 18.03 des Packers 7-Zip sie noch zeigt, echte Lappalien: Im Gegensatz zum integrierten Benchmark-Tool macht das Programm im realen Pack-Einsatz bei 32 Threads Schluss, mehr lassen sich nicht zuweisen.

Zudem kommt die Update-Welle zur Absicherung gegen Angriffe über die Vektoren “Meltdown” (Intel) und “Spectre” (Intel & AMD) gerade erst ins Rollen. Nur für die aktuellen Intel-Systeme stehen bereits flächendeckend aktualisierte, gehärtete UEFI-Versionen zur Verfügung und auch die entsprechenden, optionalen Windows-Updates sind aktuell noch für längst nicht alle Systeme verfügbar. Wir testen daher die Intel-Prozessoren mit Absicherung gegen Meltdown, da dieses rein über die aktuelle Windows-10-Version möglich und durchgeführt ist. Spectre-Updates schalten wir aus Gründen der Vergleichbarkeit noch ab, bis für alle beteiligten entsprechend aktualisierte UEFI- oder Windows-10-Patch-Versionen bereitstehen.

Aus diesem Grunde bitten wir Sie, die in diesem Artikel gezeigte Auswahl einstweilen als vorläufig zu betrachten und sehen derzeit auch noch von einer Anpassung der Wertungen ab. Wenn Sie Anregungen oder Tipps haben, welche Spiele oder Anwendungen Sie von uns getestet sehen wollen – immer her damit an leserpost@pcgameshardware.de!

Bedenken Sie dabei aber bitte, dass die Tests einerseits sehr reproduzierbar sein sollten und sich möglichst über die Parcours-Laufzeit von mindestens einem Jahr nicht grundlegend ändern dürfen. Starwars Battlefront II etwa wurde kurz vor Fertigstellung der Tests aktualisiert und um ein nicht per Konsolenkommando umgehbares Framelock bei 200 Fps “bereichert”, was nicht nur die Average-Fps, sondern auch die Frametimes deutlich beeinflusste – die (nun nutzlosen) Werte haben wir daher aus diesem Artikel gestrichen.

Auch Adobe Lightroom CC etwa soll demnächst eine bessere SMT-Unterstützung bekommen – Cloud sei Dank könnte man sich dagegen nicht wehren und müsste alle CPUs erneut testen – nicht alle jedoch haben dauerhaft einen Platz im Testlaborfundus der Redaktion.

Langeweile im CPU-Bereich?

      

Intel, Intel und nochmals Intel. Das war über die vergangenen Jahre die ebenso klare wie langweilige Ansage, wenn es um Prozessoren für Spieler ging. Mit der im vorigen Jahr auf den Markt gebrachten Ryzen-Modellpalette nahm AMD Intel jedoch in vielen Bereichen die Butter vom Brot und brachte frischen Wind in den Markt. Sechskern-CPUs wurden zu Mainstream-Preisen verkauft, Achtkern-Modelle erstmals erschwinglich und die für PC-Spieler als Einsteiger-Modelle gehandelten Quadcores gab es für 100 anstelle von 170 Euro. Kein Wunder also, dass rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer im PCGH-Forum bereits auf eine AMD-Ryzen-CPU setzen – die FX-Architektur spielt auch dort kaum noch eine Rolle.

Nach wie vor den Löwenanteil stellen jedoch Intel-Modelle, nicht zuletzt, weil Intel unter dem Druck von AMD nachgezogen und seine Mid-Range-Klasse für den Sockel 1151 in den Preisklassen von 100, 200 und 300 Euro um zwei Kerne aufgestockt hat. Auch Prozessoren älteren Datums, etwa der Haswell-Reihe, sind noch weit verbreitet, da es gerade bei Vierkernern jenseits der 4-GHz-Marke, speziell mit Simultaneous Multithreading (SMT), bis vor kurzem kaum einen Grund oder ein auch preislich attraktives Aufrüst-Ziel gab.

CPU- vs. GPU-Limit

      

Realistischerweise hängt die Performance in vielen Spielen in erster Linie an der Grafikkarte. Der Prozessor muss jedoch ein entsprechendes Fundament liefern können, um auch flotte Grafikkarten auszulasten. Ein CPU-Limit ist variabel und lässt sich prinzipiell daran erahnen, dass die Fps-Rate mit steigender Auflösung oder rein die Grafikkarte belastenden Details wie Kantenglättung, Umgebungsverdeckung nicht signifikant sinkt.

Natürlich hängt die Limitierung auch von der vorhandenen Grafikleistung ab. Eine Geforce GTX 750 Ti etwa macht viel eher “dicht” als eine RX Vega 64. Wir testen daher mit einer der schnellsten aktuell verfügbaren Modelle, einer übertakteten GTX 1080 Ti in Form der MSI Lighting Z und senken zusätzlich die Auflösung auf 1.280 × 720 Pixel (16:9), sodass eine Begrenzung durch die Grafikleistung sehr unwahrscheinlich wird – schließlich wollen wir die CPU-Performance ermitteln. Zwar wären 1080p praxisnäher, das GPU-Limit rückte jedoch ebenfalls dichter heran und wer weiß, wie schnell Prozessoren über die Lebensdauer des Parcours noch werden. Die 1080p-Auflösung befindet sich außerdem ebenfalls auf dem absteigenden Ast. Laut PCGH-Community-Umfrage nutzen bereits rund 31 % der Teilnehmer 2.560 × 1.440 Bildpunkte und 1080p liegt mit 38 % nur noch knapp vorn. Für einen großen Teil wäre also auch “Full HD” nicht mehr praxisnah. Wir prüfen und illustrieren jedoch weiterhin die Auflösungsabhängigkeit bis hin zu UHD.

Benchmark-Preview

      

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der in Frage kommenden Spiele-Tests inklusive Frametime-Gegenüberstellungen von sechs AMD- und Intel-Prozessoren um 100, bis 200 und um 300 Euro – beliebten Mainstream-Modellen also.

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Folgendes finden Sie im Artikel:
  • 12 CPUs im Test: Ryzen 3-2200G, Core i5-4670K, Core i7-4790K, Core i7-5820K, Core i3-8100, Core i5-8400, i7-8700K, Ryzen TR-1950X, Core i9-7980XE, Ryzen 5-1600X, Core i7-6800K, Ryzen 7-1800X
  • Spiele-Benchmarks zu: AC Origins, Cities Skylines, Kingdom Come Deliverance, Crysis 3, Prey, Rise of the Tomb Raider und The Witcher 3
  • Auswertungen mit Average + P99-Perzentil (12 CPUs) und Verlaufsdiagramme (6 CPUs)
  • Anwendungsleistung: 7-Zip, Cinebench R15, Handbrake Nightly
  • Auflösungs-Skalierung mit AMD und Intel

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