Als Ergänzug zur bisher bereitsgestellten Online-Messung im Webbrowser bietet die Bundesnetzagentur nun auch ein installierbares Programm zur Messung der Internetverbindung am eigenen Anschluss. Unter anderem dank einer Protokollfunktion soll das Tool Verbrauchern besser bei der Argumentation gegenüber ihrem Provider bei unzureichender Bandbreite helfen.

Die Bundesnetzagentur hat heute eine installierbare Version ihrer Breitbandmessung veröffentlicht, mit der sich auf einfache Art eine Mindestanzahl von Einzelmessungen durchführen und in einem Protokoll festhalten lassen sollen. Die Testergebnisse können anschließend von Verbrauchern zum Nachweis nicht vertragskonformer Leistungen gegenüber ihrem Anbieter genutzt werden. Die Bundesnetagentur hatte im Sommer letzten Jahres die Kriterien für nicht vertragskonforme Leistungen formuliert.

Laut Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, ist die “Desktop-App […] ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Interessen der Verbraucher und der TK-Branche. Mit der App ist es möglich, innerhalb kurzer Zeit die erforderlichen Messungen durchzuführen und mit belastbaren Ergebnissen auf ihren Anbieter zuzugehen“. Durch das manuelle Anstoßen der Tests soll “ein deutliches Mehr an Kontrolle über die Messumgebung und damit eine höhere Rechtssicherheit” geboten werden, während “bei automatisierten Messungen […] ungewollte parallele Datenverkehre auftreten” könnten.

Darüber hinaus sollen Fehlerquellen seitens des Verbrauchers durch Hinweise möglichst ausgeschlossen werden, etwa dass die Messungen per LAN statt WLAN erfolgen sollen. Nutzer sollten laut der Bundesnetzagentur mindestens 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen vornehmen, um ihre Leitung verlässlich zu prüfen. Sowohl Provider als auch der Internetverband eco hatten die Bandbreitenmessung dahingehend im vergangenenen Jahr kritisiert, unter anderem weil die Messungen “qualitativ” nicht ausreichen würden, jedoch haben sich verschiedene Marktteilnehmer laut der Bundesnetzagentur bei der jetzigen Umsetzung des Tools eingebracht.

Die von der zafaco GmbH entwickelte Desktop-App kann auf der offiziellen Webseite der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur heruntergeladen werden, wo zudem auch häufig gestellte Fragen beantwortet werden. Mit Hinblick auf die datenschutzrechtlichen Aspekte der installierbaren Version hat sich die Bundesnetzagentur laut eigenen Angaben mit der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit ausgetauscht und unter anderem die Datenschutzbestimmungen abgestimmt.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzvb) bezeichnet die neue Lösung der Bundesnetzagentur in einer Stellungnahme unterdessen aufgrund der manuellen statt automatisierten Ausführung der Messungen als “nicht sehr nutzerfreundlich“, während der Kunde bei der Feststellung einer Minderleistung weiterhin keine verbindliche Handhabe gegen seinen Anbieter habe, weswegen man “sich weiter für konkrete Rechtsmittel für Verbraucher” beim Gesetzgeber einsetzen wolle.

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