protest zum jahrestag gegen den hass von charlottesville - Protest zum Jahrestag: Gegen den Hass von Charlottesville

Hunderte Aktivisten protestieren am Jahrestag des rechtsextremen Aufmarsches von Charlottesville gegen Rassismus. Ivanka Trump bezog klar Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit – auch ihr Vater äußerte sich.

Vor dem rechtsextremen Aufmarsch am Weißen Haus zum Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville hat in Washington eine Gegendemonstration begonnen. Zum Auftakt versammelten sich Hunderte Menschen im Zentrum der US-Hauptstadt. Teilnehmer hielten Schilder mit Aufschriften wie “Deportiert Nazis”, “Weiße Vorherrschaft ist Terrorismus” oder “Keine Nazis – kein KKK – keine faschistischen USA” hoch. Das Kürzel KKK steht für den rassistischen Ku Klux Klan.

“Ich bin hier, um gegen weiße Vorherrschaft zu protestieren”, sagte eine Teilnehmerin der Kundgebung. Sie wirft US-Präsident Donald Trump vor, Rassismus in die Öffentlichkeit gebracht zu haben.

Trump war nach den Zusammenstößen in Charlottesville vor einem Jahr dafür kritisiert worden, nicht eindeutig die rechtsextreme Gewalt verurteilt zu haben. “Ich denke, dass die Schuld auf beiden Seiten liegt”, hatte er damals gesagt. Es habe auf beiden Seiten auch “sehr gute Menschen” gegeben. Trump hatte damit Empörung ausgelöst.

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Mehrere Gegendemonstrationen angemeldet

Vor der diesjährigen Demonstration verurteilte Trump “alle Formen von Rassismus und Gewalttaten”. Deutlicher wurde Trumps Tochter. Ivanka Trump bezog eindeutig Stellung gegen Rechtsextremismus auf Twitter. “In unserem großartigen Land gibt es keinen Platz für weiße Vorherrschaft, Rassismus und Neonazismus”, schrieb sie.

Bei der Demonstration “Vereint die Rechte” war es am 12. August 2017 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein Rechtsextremist hatte ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten gesteuert. Die 32-jährige Heather Heyer starb, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Nachfolgeveranstaltung “Vereint die Rechte 2” findet in diesem Jahr vor dem Weißen Haus statt.

Veranstalter der Demonstration ist wieder Jason Kessler. Er ist ein rechtsextremer Nationalist, der davon überzeugt ist, dass Weiße in den USA benachteiligt werden. Der Radiosender NPR befragte ihn nach seinem Weltbild. Kessler sagte, Weiße seien die einzige Gruppe, die sich nicht organisieren dürfe. Schwarze organisierten sich in “Black lives matter”, Juden hätten die ADL, Muslime hätten Cair. Kessler sagte, ihm gehe es darum, friedlich seine Meinung zu sagen. Laut Medienberichten gehören zu den Rednern bekannte Neonazis und Rassisten, zum Beispiel David Duke vom Ku Klux Klan.

Ausnahmezustand in Charlottesville

Die Polizei in Washington will verhindern, dass sich Demonstranten und Gegendemonstranten in die Quere kommen. Der Polizeieinsatz in Charlottesville vor einem Jahr war heftig kritisiert worden, der Polizeichef trat deswegen zurück.

In der Stadt in Virginia sind die Folgen der gewalttätigen Ausschreitungen nicht vergessen. Don Gathers, Diakon und Aktivist von “Black Lives Matter”, sagt: “Leute sind noch immer beklommen, wenn sie die vierte Straße entlang laufen.” Einfach nur die Straße überqueren, bringe Leute an den Rand eines Traumas. “Weil sie nicht wissen, was sie erwarten können.”

Mit Informationen von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete am 12. August 2018 die tagesschau um 20:00 Uhr und NDR Info um 21:00 Uhr.

http://www.tagesschau.de/ausland/demo-charlottesville-washington-103.html

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